Gerhard Konrad, früherer hoher BND‑Beamter mit Nahost‑Expertise, und Michael Götschenberg, ARD‑Sicherheitsanalyst, sprechen über eine ungewöhnliche Attacke. Sie erzählen von Pager‑Sprengsätzen, Tarnfirmen und komplexer Fernzündung. Themen sind Technik, Verteilung über Scheinunternehmen und die politischen Folgen in der Region.
52:21
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Supermarktvideo zeigt Explosion aus nächster Nähe
Ein Supermarktvideo zeigt, wie ein Mann mit blauer Kappe plötzlich zu Boden sackt, nachdem sein Pager explodiert ist.
Die Szene illustriert, wie ein harmloser Alltagsgegenstand in Beirut am 17. September 2024 zur tödlichen Waffe wurde.
insights INSIGHT
Low Tech Pager Werden Zum Einfallstor
Die Hisbollah nutzte Pager als Low‑Tech-Kommunikation, weil sie nicht geortet werden können.
Genau diese Eigenschaft machte die Geräte zum Einfallstor, als die Pager gleichzeitig und aus dem Nichts explodierten.
insights INSIGHT
Mossads Langfristplan Mit 5000 Getarnten Pagern
Mossad entwickelte über Jahre einen Plan, 5000 Pager als getarnte Sprengsätze zu produzieren und zu verteilen.
Idee war, Hisbollahs eigenes Kommunikationsmittel in eine trojanische Waffe zu verwandeln.
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An einem Nachmittag im September 2024 erschüttern Massen-Explosionen den Libanon – auf der Straße, in Supermärkten, öffentlichen Verkehrsmitteln und Wohnungen. Auffällig dabei: Fast gleichzeitig ausgelöst, trifft die Attacke vor allem echte oder vermeintliche Mitglieder der radikal-islamischen Terror-Organisation Hisbollah – eine hochaufgerüstete Miliz, die im Libanon Politik macht und deren militärischer Arm – gestützt durch den Iran – vor allem gegen Israel kämpft.
Doch was ist da explodiert? Schnell stellt sich heraus: Es waren Pager – also kleine, tragbare Funkempfänger. Eigentlich eine Kommunikations-Technik aus der Zeit, bevor es Smartphones oder Handys gab. Der Verdacht fällt sofort auf einen der womöglich besten und gleichzeitig brutalsten Geheimdienste der Welt: den Mossad, Israels Auslands-Geheimdienst. Und es passiert etwas, das sehr selten ist in der Welt der Spione und verdeckten Operationen: Israels Regierung bestätigt das und gibt den Angriff zu.
„Dark Matters – Geheimnisse der Geheimdienste“ erzählt die Geschichte eines Angriffs mit einem Alltagsgegenstand, der zu einer Waffe umgebaut wurde. Eine Aktion, die international umstritten ist und kritisiert wird, die aber vor allem in der Geheimdienstwelt wegen ihrer Komplexität auch mit Bewunderung gesehen wird. Dahinter steckt die Frage: Wie haben die das gemacht? Wenn ihr mehr darüber erfahren wollt, wie Geheimdienste mit Tarnfirmen, Schein-Unternehmen und ausgedachten Instituten arbeiten und wie sie ihren eigenen Gebäuden teils seltsame Fantasienamen gegeben haben, hört die begleitende Hintergrundfolge: „Wie tarnen Geheimdienste ihre Operationen?”.
Und das ist „Dark Matters”: Eva-Maria Lemke öffnet im Podcast die Tür zu einer Welt, die eigentlich im Verborgenen bleiben soll – Woche für Woche mit einer neuen Geschichte, die zeigt, wie Nachrichtendienste arbeiten. In der vierten Staffel geht es um eine neue Zeit, in der alte Fragen von Krieg und Frieden, von Verbündeten und Feinden nicht mehr eindeutig zu beantworten sind. Wie stellen sich Staaten, Dienste und Agenten darauf ein? Die ARD-Geheimdienstexperten Michael Götschenberg und Holger Schmidt geben Antworten. Alle Folgen von „Dark Matters – Geheimnisse der Geheimdienste” gibt es in der ARD Sounds App.
Und noch ein Tipp zum Weiterhören: Was läuft vor und hinter den Kulissen der Bundespolitik? Linda Zervakis und die ARD-Korrespondentinnen und -korrespondenten entschlüsseln im Podcast „Berlin Code" die Reden, Entscheidungen und Themen aus dem Berliner Regierungsviertel. Jeden Freitagnachmittag und wann immer etwas Besonderes passiert, u.a. in der ARD Sounds App.
kurz.ard.de/berlincode