
SWR Kultur Forum Pest, Lust und Renaissance – Boccaccios Lebenskunst
Dec 18, 2025
Franziska Meyer, Professorin für Romanistik, und Ijoma Mangold, Feuilletonredakteur bei DIE ZEIT, tauchen ein in das Leben und Werk von Giovanni Boccaccio. Sie diskutieren, wie Boccaccio als Entertainer und Gelehrter die Liebe in seinen Geschichten feiert. Der Einfluss der Pest auf sein Schaffen wird beleuchtet, ebenso wie die Darstellung selbstbestimmter Frauen und der Übergang von Fiammetta zum Dekameron. Zudem wird die Relevanz des Dekameron im Kontext der Corona-Pandemie erörtert und die Heiterkeit als zentrales Stilmittel gewürdigt.
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Episode notes
Dekameron Als Feier Der Sinnlichen Liebe
- Im Decameron dominieren naturalistische, oft erotische Erzählungen, die die Liebe ungeschönt zeigen.
- Mindestens jede zweite Geschichte handelt konkret von sexueller Liebe und Alltagsbegehren.
Moral Vorführen Um Sie Zu Unterlaufen
- Boccaccio hält moralische Kodizes sichtbar, um sie dann mit Ironie zu unterlaufen und lächerlich zu machen.
- Seine Kunst besteht darin, Konventionen zu zeigen und zugleich zu unterminieren.
Vom Bastardkind Zum Kopisten
- Boccaccio wuchs als unehelicher Sohn in einer erfolgreichen Kaufmannsfamilie auf und sollte Kaufmann werden.
- Er lernte autodidaktisch Lesen und Abschreiben und entwickelte eine erkennbare, professionelle Handschrift.

