Batterie-Recycler spricht Klartext!
Europa will bei Batterien unabhĂ€ngiger werden â technologisch, industriell und geopolitisch. Doch wie realistisch ist das? Und welche Rolle spielt Recycling dabei? Wir sprechen in dieser Folge mit Batterie-Recycler CĂ©dric Demonthy (Umicore), ĂŒber die technischen Herausforderungen beim Akkurecycling und die Konsequenzen fĂŒr die europĂ€ische Batteriepolitik.
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Umicore betreibt im belgischen Hoboken eine Pilot-Testanlage fĂŒr das Recycling von Lithium-Ionen-Batterien mit einer KapazitĂ€t von rund 7.000 Tonnen Batteriematerial pro Jahr â das entspricht etwa 20.000 Elektroauto-Akkus jĂ€hrlich. Die Anlage dient als technologische Blaupause fĂŒr kĂŒnftige groĂskalige Recyclingprozesse in Europa.
Umicore entwickelt seit geraumer Zeit einen eigenen pyrometallurgischen Recyclingprozess: Nach manueller Demontage und mechanischem Schreddern werden die Batterien in einem Hochofen bei ĂŒber 1.000 Grad Celsius eingeschmolzen. Dabei erfolgt eine materialspezifische Trennung: (1) Am Boden der Schmelze sammelt sich eine Metalllegierung aus Kobalt, Nickel und Kupfer. (2) In der sich darĂŒber ansiedelnden "Schlacke" verbleiben unter anderem Aluminium und Mangan. DarĂŒber, in der obersten Fraktion (Flugasche) reichert sich das Lithium an.
Ein besonders spannender und zugleich industriepolitisch brisanter Punkt: LFP-Batterien. Unser Gast CĂ©dric Demonthy macht deutlich, dass sich das Recycling dieser Chemie derzeit wirtschaftlich nicht lohnt. Zwar ist die RĂŒckgewinnung von Lithium, Eisen, Phosphor und Kupfer technisch möglich, der Marktwert dieser Materialien reicht jedoch bei weitem nicht aus, um den Prozess zu refinanzieren. In der Praxis bedeutet das: Das Recycling ist aktuell nur mit einer sogenannten "Gate Fee" möglich â also einer AnnahmegebĂŒhr, die der Batteriehersteller oder -besitzer zahlen muss, damit das Material ĂŒberhaupt recycelt wird.
Genau deshalb konzentriert sich das europĂ€ische Batterierecycling heute vor allem auf NMC-Batterien. Die enthaltenen Metalle Kobalt, Nickel und Kupfer besitzen einen so hohen intrinsischen Wert, dass sie den gesamten Recyclingprozess wirtschaftlich tragen und refinanzieren können â ein entscheidender Faktor fĂŒr den Aufbau einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft.
Abgerundet wird der Prozess bei Umicore durch die anschlieĂende Hydrometallurgie: Nach dem Hochofen folgt ein hydrometallurgischer Schritt, in dem die Metalle aus der Metalllegierung (Kobalt, Nickel und Kupfer), sowie der Flugasche (Lithium) chemisch voneinander getrennt und in hochreiner Form zurĂŒckgewonnen werden. Diese Kombination aus Pyro- und Hydrometallurgie gewĂ€hrleistet RĂŒckgewinnungsraten von ĂŒber 95% fĂŒr Kobalt, Nickel und Kupfer und von ĂŒber 90% fĂŒr Lithium.
Im Geladen-Podcast setzen sich Patrick Rosen und Daniel Messling mit ihren GĂ€sten wissenschaftlich mit den Themen Energiewende, ElektromobilitĂ€t, Elektroauto und Batterie auseinander. Der Podcast wird produziert vom Karlsruher Institut fĂŒr Technologie (KIT).
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