Peter Gemeinhardt, Kirchenhistoriker aus Göttingen und Autor zur Vita des Antonius, erklärt die Entstehung des Mönchtums. Er erzählt von Antonius’ radikalem Verzicht, dem Rückzug in die Wüste und den spirituellen Prüfungen. Es geht um die Rolle der Vita des Athanasius, die Verwandlung vom Einsiedler zum Vorbild großer Bewegungen und die Praxis von Arbeit und Gebet als Lebensordnung.
13:51
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Der Junge Erbe Verzichtet Auf Alles
Antonius verkauft sein Erbe nach einer Kirchenlesung und verschenkt das Land an die Dorfbewohner.
Athanasius schildert diese Tat als Wendepunkt, der Antonius' radikale Hinwendung zur Askese einleitet.
insights INSIGHT
Die Vita Formt Ein Ganzes Image
Athanasius' Vita machte Antonius im ganzen Reich bekannt und formte sein Bild bis heute.
Das Werk erlaubt zugleich Einblicke in damalige Religionsvorstellungen und Heiligenerwartungen.
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Askese Bis Zur Grabkammer
Antonius lebte in extremer Askese: selten Schlaf, wenig Nahrung, Binsenmatte oder Erde als Lager.
Er ließ sich schließlich in einer alten Grabkammer einschließen, um Ablenkungen zu vermeiden.
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Nach dem Tod seiner Eltern sucht Antonius Hilfe bei Gott. Bis zu seinem Tod im Jahr 356 lebt er einsam und in strenger Askese in der Wüste - und wird damit zum Pionier des Mönchtums.
In diesem Zeitzeichen erzählt Tobias Sauer:
wie ein junger Erbe aus dem ägyptischen Niltal alles aufgibt, was Sicherheit verspricht,
warum er für seinen Glauben in die Wüste zieht,
was Antonius zum Begründer des Mönchtums macht,
wie aus einem Einsiedler eine der prägendsten Gestalten des frühen Christentums wird.
Antonius wächst behütet auf, bis der frühe Tod der Eltern sein Leben erschüttert. Kaum zwanzig Jahre alt, hört er in der Kirche einen Satz aus dem Matthäus-Evangelium, der ihn nicht mehr loslässt: Verkaufe alles und folge mir nach. Antonius nimmt diese Worte wörtlich. Er versorgt seine Schwester, verschenkt seinen Besitz und zieht sich zurück.
Was folgt, ist ein radikales Leben in Askese: wenig Schlaf, kaum Nahrung, Gebet statt Komfort. Antonius stirbt hochbetagt im Jahr 356, längst als gläubiger Einsiedler berühmt. Er prägt ein Ideal, das bis heute nachwirkt: Konzentration auf das Wesentliche.
Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
Peter Gemeinhardt, Kirchenhistoriker, Universität Göttingen
Athanasius von Alexandrien: Leben des Antonius. Eingeleitet, übersetzt und kommentiert von Peter Gemeinhardt, Freiburg im Breisgau 2017
Benedicta Ward (Hg.): The Desert Fathers. Sayings of the Early Christian Monks, London 2003
Peter Gemeinhardt: Antonius. Der erste Mönch. Leben, Lehre, Legende, München 2023
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