
Kreisky Forum Talks Wolfgang Schmidt: WIE KANN MAN HEUTE NOCH REGIEREN, HERR SCHMIDT?
Robert Misik im Gespräch mit Wolfgang Schmidt
WIE KANN MAN HEUTE NOCH REGIEREN, HERR SCHMIDT?
Aus dem Maschinenraum der Macht
Regieren heute: Schwierigkeiten, Kompliziertheiten und Dilemmata. In welches Land man blickt, frustrierte Wähler und Kommentatoren in den Medien sind sich einig: Die Regierenden bringen nichts zuwege, sie verkeilen sich in Konflikte, alles geht zu langsam. Zugleich setzen sich die Parlamente zunehmend aus einer Vielzahl von Mittel- und Kleinparteien zusammen, die in der Folge in komplizierte Koalitionen gezwungen sind, die andauernd Kompromisse erfordern – was dann die Frustration erst recht erhöht.
Wie ist in einer solchen Szenerie Regieren überhaupt noch möglich – und wie können Erwartungshaltungen der Bevölkerung erfüllt werden? Wie hält man im Maschinenraum von Regierungen die Partner zusammen und sorgt dafür, dass geräuschlos etwas weiter geht? Wie verfolgt man langfristige Pläne, deren Früchte dann allenfalls Nachfolgeregierungen ernten?
Und nicht zuletzt: Wie ist progressives Regieren im 21. Jahrhundert möglich – und wie bringt man die europäischen Sozialdemokratien wieder nach vorne.
Es gibt wahrscheinlich kaum einen besseren Gesprächspartner für all diese Themen als Wolfgang Schmidt, dem Weggefährten von Olaf Scholz, Kanzleramtsminister der Ampelkoalition und vormaligen Staatssekretär im deutschen Bundesfinanzministerium.
Wolfgang Schmidt (* 23. September 1970 in Hamburg) ist ein deutscher Politiker (SPD). Von 2021 bis 2025 war er Bundesminister für besondere Aufgaben und als solcher Chef des Bundeskanzleramtes im Kabinett Scholz. In dieser Funktion war er außerdem Beauftragter für die Nachrichtendienste des Bundes. Von März 2011 bis März 2018 war Schmidt Staatsrat der Senatskanzlei Hamburg und Bevollmächtigter der Freien und Hansestadt Hamburg beim Bund, bei der Europäischen Union und für Auswärtige Angelegenheiten und im Anschluss bis Dezember 2021 Staatssekretär im Bundesministerium der Finanzen.
Moderation:
Robert Misik, Autor und Journalist
