Holger Stark, Journalist und stellvertretender Chefredakteur bei Die Zeit, teilt seine Einblicke zu den berühmten Wikileaks-Dokumenten. Er beschreibt, wie Chelsea Manning die geheimen Informationen an Julian Assange übergab und die diplomatischen Spannungen, die folgten. Stark erläutert die Rolle deutscher Medien und die Auswirkungen auf die deutsch-amerikanischen Beziehungen. Zudem wird Assanges Vision der radikalen Transparenz diskutiert und die kritische Reflexion über die Grenzen dieser Transparenz angesprochen.
14:11
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question_answer ANECDOTE
Manning Liefert Die Depeschen
Chelsea Manning kopierte geheime US-Diplomatenberichte und gab sie anonym an Wikileaks weiter.
Julian Assange erhielt die Daten und kündigte radikale Transparenz an.
insights INSIGHT
Globales Mediennetzwerk Durchleuchtet Staaten
Internationale Redaktionen sichteten gemeinsam rund eine Viertelmillion Depeschen und fanden Einblicke in die Denkweise der USA.
Holger Stark nennt Cablegate einen Blick in den Maschinenraum der amerikanischen Macht.
question_answer ANECDOTE
Peinliche Bewertungen Belasteten Beziehungen
Die Depeschen enthüllten, dass die USA Politiker wie Merkel, Westerwelle und Schäuble scharf bewerteten.
Diese Veröffentlichungen belasteten monatelang die Beziehungen zwischen Deutschland und den USA.
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Am 28.11.2010 veröffentlicht Julian Assange 250.000 geheime US-Dokumente. Es folgt ein diplomatischer Skandal - und die Frage, wie viel Transparenz Demokratie verträgt.
In diesem Zeitzeichen erzählt Jonas Colsman:
was in der geheimen Diplomatenpost über die Mächtigen in aller Welt vermeldet wird,
was etablierte Medien wie The Guardian, Le Monde oder Spiegel Online mit der Veröffentlichung zu tun haben,
welche Folgen "Cablegate" für Manning und Assange hat,
warum "Wikileaks" erst gehyped und dann zunehmend kritisch gesehen wird.
Es ist ein digitaler Stich mitten ins Herz der USA: Am 28. November 2010 veröffentlicht die Enthüllungsplattform "Wikileaks" über 250.000 Depeschen von US-Botschaften. Deren Angestellte berichten aus aller Welt an die USA, was von Politikern im Ausland zu halten sei - auch von deutschen. Bundeskanzlerin Angela Merkel etwa sei "selten kreativ" und verhalte sich wie "Teflon", alles perle an ihr ab.
Die damals noch als Mann lebende US-Soldatin Chelsea Manning hatte die geheimen Dokumente heruntergeladen und "Wikileaks"-Gründer Julian Assange zugespielt. Dieser schlägt mit seiner Idee radikaler Transparenz ein neues Kapitel der Informationsgesellschaft auf - und legt zugleich ihre Grenzen offen.
Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
Holger Stark, Journalist und stellvertretender Chefredakteur, Die Zeit
Markus Beckedahl, Netzaktivist und Gründer des Zentrums für Digitalrechte und Demokratie
Marcel Rosenbach und Holger Stark: Staatsfeind WikiLeaks. Wie eine Gruppe von Netzaktivisten die mächtigsten Nationen der Welt herausfordert, München 2011
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