
Hörsaal - Deutschlandfunk Nova Rechtsgeschichte - Der lange Weg zur sexuellen Selbstbestimmung
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Mar 5, 2026 Catherine Davies, Historikerin an der Universität Zürich, forscht zu sexueller Gewalt und Rechtsreformen. Sie zeichnet den langen juristischen Wandel zur sexuellen Selbstbestimmung nach. Sie spricht über Reformen 1973 und 1997, das Ehegattenprivileg, die Rolle der Frauenbewegung und die Praxis von Notrufen und Frauenhäusern. Es geht um Sprache, Strafrechtsdebatten und gesellschaftliche Verschiebungen.
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Episode notes
Carceral Feminism als Analysewerkzeug
- Der Begriff ‚carceral feminism‘ hilft, das Verhältnis von Frauenbewegung und Strafrecht kritisch zu analysieren.
- Er warnt vor feministischem Aktivismus, der primär auf staatliches Strafen setzt und Repression fördert.
1973 als Liberalisierung des Sexualstrafrechts
- Die große Strafrechtsreform 1973 verstand sich als Liberalisierung: einvernehmliche sexuelle Handlungen sollten nicht mehr strafbar sein.
- Kuppelei, Ehebruch und viele Vorschriften zu Homosexualität und Pornografie wurden aufgehoben.
Liberale Ambivalenz beim Strafmaß
- Liberale Debatten zeigten Ambivalenzen: Vergewaltigung galt als schweres Verbrechen, aber Strafrahmen und minderschwere Fälle blieben umstritten.
- Mindeststrafe stieg, doch der minderschwere Fall behielt Abschwächungen für Opferverhalten.


