
FALTER Radio 50 Jahre Ärzte ohne Grenzen - #667
Jan 18, 2022
Reinhard Dörflinger, ein erfahrener österreichischer Arzt und ehemaliger Leiter von Ärzte ohne Grenzen, teilt faszinierende Einblicke in die 50-jährige Geschichte der Organisation. Er spricht über die Gründung und die frühen Solidaritätsprojekte in Mittelamerika sowie den spannenden Kampf zwischen politischem Engagement und humanitärer Hilfe. Dörflinger beschreibt auch, wie MSF das Schweigegebot brach, um auf Krisen aufmerksam zu machen, und beleuchtet die Herausforderungen und Risiken bei Einsätzen in Konfliktgebieten. Außerdem diskutiert er die Bedeutung von Diversität innerhalb der Organisation.
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Episode notes
Öffentlichkeit statt Schweigen
- Ärzte ohne Grenzen entstand aus dem Bruch mit dem Roten Kreuz über das Schweigegebot in Krisen wie Biafra.
- Die Mischung aus Medizinern und Journalisten machte Öffentlichkeit und Zeugnisschaft (witnessing) zum Organisationsprinzip.
Zwischen Zeugenschaft und Exklusion
- Dörflinger schildert das Dilemma zwischen Schweigen und öffentlicher Anklage bei Menschenrechtsverletzungen.
- In einigen Ländern führte öffentliche Zeugenschaft zu Ausweisung oder Projektabbruch, etwa in Bürgerkriegen.
Abzug nach Gewalttaten in Somalia
- Erfahrungen in Somalia führten nach Entführungen, Übergriffen und Todesfällen zum Abzug von MSF-Teams.
- Dörflinger betont, dass Abbruch eine legitime Antwort ist, wenn Sicherheits- und Wertegrenzen verletzt werden.
