Cornelius Adebahr, Politikwissenschaftler und Iran-Experte bei der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik, analysiert Motive und Folgen des Kriegs im Nahen Osten. Er bewertet Begründungen für Angriffe skeptisch. Es geht um iranische Raketen, interne Strategien, die Rolle der Golfstaaten und mögliche Zukunftsszenarien für den Iran.
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Israel als treibende Kraft
Adebahr sieht Israel als treibende Kraft hinter dem gemeinsamen US-israelischen Vorgehen.
Israel hatte monatelang auf militärische Aktionen gedrängt und wollte die Chance nutzen, Iran zu schwächen.
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Golfstaaten Fürchten Wirtschaftsschäden
Arabische Golfstaaten fürchten wirtschaftliche und reputationsbezogene Folgen eines Krieges.
Sorge gilt Tourismus, Energieinfrastruktur und Sperrung der Straße von Hormus als wirtschaftlichen Risiken.
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Europa Priorisiert Strategische Stabilität
Europa vermeidet offenen Konflikt mit USA trotz Völkerrechtsbedenken wegen anderer Prioritäten.
Adebahr erklärt, Europa will die US-Unterstützung im Ukrainekrieg und Konflikte in Handel und Tech nicht aufs Spiel setzen.
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Der Krieg im Nahen Osten weitet sich weiter aus. Die Begründung der USA und Israels für den Konflikt - eine unmittelbare Bedrohung durch die iranischen Raketenarsenale und durch das Atomprogramm - haben Cornelius Adebahr nicht überzeugt. Über die möglichen Motive für den Angriff spricht der Politikwissenschaftler und Iran-Experte von der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik in dieser Folge des Podcasts Streitkräfte und Strategien mit Host Stefan Niemann. Die iranischen Gegenschläge richten sich nicht nur gegen US-Militärstützpunkte in der Region, sondern auch gegen die Energie-Infrastruktur in den Ölstaaten. Dies, die Folgen für den Tourismus, die Blockade der Straße von Hormus und steigende Ölpreise seien Dinge, die für die Staaten der arabischen Region überhaupt nicht wünschenswert seien, so Adebahr. Er erklärt, wer nun im Iran das Sagen hat, wie das Regime militärisch aufgestellt ist und er beschreibt Szenarien für den weiteren Verlauf des Krieges. Die Aufforderung von US-Präsident Trump an das iranische Volk, sich das Land „zurückzuholen“ habe etwas Zynisches. Außerdem schätzt Adebahr ein, wie die Zukunft des Iran aussehen könnte.
Die aktuelle Lage im Nahen Osten fasst Astrid Corall zusammen. Sie berichtet auch über widersprüchliche Aussagen der US-Regierung im Zusammenhang mit dem Krieg und über verschiedene Reaktionen – in westlichen Ländern, in Russland und der Ukraine. Präsident Selenskyj befürchtet, dass der US-amerikanische Einsatz im Iran und ein damit verbundener möglicher Munitionsmangel auch Folgen für sein Land hat, konkret für die ukrainische Luftabwehr. Weitere Themen im Podcast sind neueste Zahlen zum russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine und die Pläne von Frankreichs Präsident Macron zur nuklearen Abschreckung in Europa.
Lob und Kritik, alles bitte per Mail an streitkraefte@ndr.de
Interview mit Cornelius Adebahr: https://www.ndr.de/nachrichten/info/iran-experte-adebahr-das-hat-schon-etwas-zynisches,audio-433300.html
Alle Folgen von “Streitkräfte und Strategien”: https://www.ndr.de/nachrichten/info/podcast2998.html
Podcast-Tipps: 11KM: der tagesschau-Podcast - Krieg gegen Iran: Warum jetzt? https://1.ard.de/11KM_Krieg_gegen_Iran
Lost in Nahost - Iran-Krieg: Droht ein Flächenbrand? https://www.ardaudiothek.de/episode/urn:ard:episode:dc392f33d27b106f/