Warum haben Sie untersucht, wie Hunde die Raumluftqualität beeinflussen?
Prof. Williams: In den letzten Jahren haben wir die chemische Zusammensetzung der Innenraumluft untersucht, um zu wissen, was man einatmet, wenn man stundenlang im Büro oder Wohnzimmer sitzt.
In erster Linie waren es Stoffe von Menschen, also was wir von unserer Haut in unsere Atemluft emittieren. Aber dann haben wir uns gedacht, dass in vielen Haushalten auch Hunde sind als Teil der Familie. Wir sollten sie auch untersuchen und sehen, was die auch stoßen für Chemikalien.
Wie kann man denn untersuchen, wie sich Hunde auf das Raumklima und die Raumluftqualität auswirken?
Prof. Williams: Wir haben Kollegen in der Schweiz, die haben sogenannte Klimakammern. Dahin haben wir die Hunde und Hundebesitzer eingeladen und die Hunde für mehrere Stunden hinein gesetzt.
In der Klimakammer ist die Luftqualität gut kontrolliert, also Temperatur und Feuchte. Wenn wir messen, was reinkommt und was rauskommt, dann können wir natürlich ausrechnen, was die Hunde emittieren. Und das haben wir tatsächlich in den letzten paar Jahren getan.
Was ist dabei rausgekommen? Wie machen sich Hunde im Klima eines Raum bemerkbar?
Prof. Williams: Wir dachten eigentlich erst, dass Hunde ganz andere Emissionen haben als wir, aber am Ende waren sie so überraschend ähnlich. Der Grund, weshalb wir das dachten ist, dass die Haut von Hunden ein bisschen anders ist als unsere.
Wir geben Öl über die Poren in unserer Haut ab, damit sie so geschmeidig bleibt. Hunde haben solche Poren gar nicht und können auch nicht über ihre Haut schwitzen. Aber am Ende kam raus, dass wir so ähnliche Emissionen haben, weil wir unsere Hunde streicheln und so unser Hautöl auf der Oberfläche ihrer Haare abgeben.
Wie sieht es aus mit dem, was Hunde so beim Spaziergang mitschleppen, was bringen sie mit in einen Raum?
Prof. Williams: Wir haben in unserer Studie rausgefunden, dass Hunde eine riesige Vielfalt von Bakterien und Pilzen von draußen nach innen bringen. Das klingt erstmal eklig, aber muss natürlich nicht unbedingt schlecht sein, weil der Kontakt zu Pilzen für unser Immunsystem eigentlich sogar gut sein kann.
Das ist natürlich von Person zu Person unterschiedlich, aber verschiedene Studien zeigen, dass eine bakterielle Diversität im Haus grundsätzlich gut für das Immunsystem ist.