Ganz offen gesagt

#19 2020 Über Kritik und Kränkung - mit Klaus Nüchtern

7 snips
Oct 13, 2020
Klaus Nüchtern, Literaturkritiker beim Wiener ‚Falter‘ und bekannt für seine scharfen Verrisse, spricht mit Barbara Kaufmann über die Risiken des Kritikerdaseins. Er thematisiert die mimosenhaften Reaktionen von AutorInnen und erklärt, warum kluge Verrisse wertvoller sind als oberflächliches Lob. Nüchtern vergleicht den Literaturbetrieb mit der Politik und beschreibt die brutalen Seiten beider Welten. Zudem reflektiert er über die Einflüsse sozialer Medien auf die Debattenkultur und das Machtspiel von Kritik und Kränkung in der Gesellschaft.
Ask episode
AI Snips
Chapters
Books
Transcript
Episode notes
INSIGHT

Nobelpreisvergabe Oft Zu Spät

  • Nobelpreise werden oft zu spät vergeben, wodurch Preisträger*innen den Nutzen kaum mehr haben. Klaus Nüchtern nennt Doris Lessing, Harold Pinter und Alice Munro als Beispiele für verspätete Ehrungen.
  • Er plädiert für mehr Mut, Preise früher an aktuell relevante Autor*innen wie Orhan Pamuk oder Ian McEwan zu vergeben.
ANECDOTE

Wie Leserbriefe In Eine Kritikerkarriere Führten

  • Klaus Nüchtern rutschte durch Leserbriefe und Glück in den Falter und schrieb nachts eine Tim-Burton-Batman-Kritik, die er persönlich einlieferte.
  • Er erzählt, wie er die Kritik bis in den Morgen verfasste, faxen wollte und das Blatt unter der Tür einschob.
ANECDOTE

Peinliche Kolumne Traf Den Installateur

  • Einmal brachte Nüchtern einen Installateur durch eine ironische Kolumne in Verlegenheit, weil der Falter in der Konditorei lag.
  • Der Handwerker rief ihn an und fragte, ob es ein Problem gebe, was Nüchtern sehr peinlich war.
Get the Snipd Podcast app to discover more snips from this episode
Get the app