
Zeitfragen. Feature Verbrechen des Klassenfeinds - Die Auschwitzprozesse in der DDR
Mar 18, 2026
Mit einem Zeitzeugen aus Archiv und Ermittlungsarbeit sowie einem analysierenden Interviewer: Kurze Biografien von Archivmitarbeiter/Ermittler und dem Kontextanalytiker. Sie besprechen den überraschenden Prozess gegen einen früheren SS‑Arzt, Stasi‑Geheimhaltung und politische Entscheidungen in der DDR. Ebenso Thema: öffentliche Reaktionen, Schutz ehemaliger Täter und die Einstellung weiterer Verfahren.
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DDR Nutzte Fischerprozess Als Politische Legitimationsgeschichte
- Die DDR stellte 1966 den Prozess gegen Auschwitz-Arzt Horst Fischer als Beleg für antifaschistische Aufarbeitung dar.
- Gleichzeitig hatte die SED bereits ab den 1950er Jahren die meisten NS-Verfahren eingestellt und viele Täter amnestiert, um den Aufbau der neuen Gesellschaft zu ermöglichen.
Landarzt Aus Spreenhagen Gestand Seine Rolle In Auschwitz
- Horst Fischer lebte 20 Jahre unbehelligt als Landarzt in Spreenhagen und war überzeugt, das Kapitel sei abgeschlossen.
- In Vernehmungen gab Fischer zu, an Selektionen in Auschwitz teilgenommen zu haben und hoffte auf Milde durch Kooperation.
Frankfurter Prozess Drängte DDR Zu Reaktion
- Der Frankfurter Auschwitz-Prozess übte Druck auf die DDR aus, weil dort kein vergleichbares Großverfahren lief.
- Das MFS nutzte deshalb den Frankfurter Prozess propagandistisch und sandte Friedrich Karl Kaul nach Frankfurt, um die IG Farben hervorzuheben.
