
WDR Zeitzeichen "Weiberwirtschaft": das Scheitern der ersten Frauenbank
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Mar 7, 2026 Dr. Gilla Dölle, Historikerin, und Helma Sick, Gründerin einer Frauenfinanzberatung, schildern die Berliner Frauenbank von 1910 bis zu ihrem Scheitern 1916. Es geht um die Gründungsidee, finanzielle Bildung durch die Zeitschrift Frauenkapital, interne Probleme, antifeministische Gegenreaktionen und die Auswirkungen des Ersten Weltkriegs. Am Ende steht die Frage nach dauerhafter finanzieller Gleichstellung.
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Frauenbank als bewusstes Öffentlichkeitsprojekt
- Die Frauenbank brachte das Thema Geld bewusst in die Frauenöffentlichkeit und bot 1910–1916 erstmals Konten, Anlagen und Kredite ausschließlich für Frauen an.
- Sie war als Genossenschaftsbank organisiert, mit gleichen Stimmrechten und einer eigenen Zeitschrift Frauenkapital zur Finanzbildung.
Kundinnenprofil der Frauenbank
- Die Frauenbank erreichte hauptsächlich berufstätige Frauen wie Schreibkräfte, Verkäuferinnen und Lehrerinnen mit kleinen Ersparnissen.
- Trotz kleiner Einlagen blühte das Kleingeschäft; die Leitung blieb durchgehend in Frauenhand.
Fehlendes Interesse der Frauenbewegung an Geld
- Die etablierte Frauenbewegung zeigte kaum Interesse an finanzieller Unabhängigkeit; finanzielle Themen galten als unpassend oder unschicklich.
- Selbst prominente Reformfrauen standen dem Projekt fern, sodass Netzwerke ausblieben.

