57 - Narzissmus ist in aller Munde – kaum ein Begriff wird im Partnerschaftskontext so viel hin und her geschmissen. Man redet bei vermeintlichen „Narzissten“ in Beziehungen fast schon von einer Art Täter-Opfer Dynamik. Man spricht von narzisstischen Mustern, wie man diese erkennt und tauscht sich über tragische Geschichten aus, wo oft von toxischen Beziehungen, Gaslighting, Manipulation, Abwertung und mitunter auch von Missbrauch die Rede ist.
Aber was ist eigentlich Narzissmus? Was bedeutet der Begriff wirklich, und reden wir alle vom gleichen? Woran erkenne ich, ob jemand Narzisstisch ist und wann ist es vielleicht doch etwas anderes? Vorab können wir als Psychologen sagen; wir unterscheiden den Narzissmus als Persönlichkeitseigenschaft, und die narzisstische Persönlichkeitsstörung als diagnostizierbare psychische Störung – denn beides sind sich unterscheidende Phänomene, auch wenn sie auf dem gleichen Konzept aufbauen. Und Spoiler: Das eigentliche Konzept ist nicht so negativ eingefärbt, wie es oft scheint. In dieser Episode erfahrt ihr, was psychologisch definierter Narzissmus ist, wie er entsteht; was für einen menschlichen Ursprung er hat und welche Bedürfnisse und Unsicherheiten diesem Muster unterliegen. Ihr erfahrt, was die Eigenschaft von der Störung unterscheidet, wie sich Narzissmus in Beziehungen äussert und wie man solche Muster erkennen kann. Warum fühlt man sich oft so angezogen von diesen Menschen, und wann ist der Kipppunkt erreicht? Warum fällt es vielen so schwer, zu kommunizieren, zu kritisieren und auch, im Zweifel, zu gehen? Wir besprechen auch, was man tun kann, wenn man diese Muster bei sich oder einem Partner feststellt; was wirklich hilft, und wann man lieber den Schlussstrich der Beziehung ziehen sollte.