
Pflege, Psychotherapie, Regresse und Reformen | Laura zum aktuellen Stand
5 Minus
Intro
Laura Dahlhaus stellt Thema und Fokus der Folge vor und leitet in die Themenreihe ein.
Pflege ist in den letzten Folgen etwas zu kurz gekommen. Deswegen beginnt Dr. Laura Dalhaus ihre neue Solofolge mit genau diesem Thema.
Denn es betrifft uns alle irgendwann und ist unfassbar relevant in pucto Lohnnebenkosten und Sozialversicherung.
Ohne Fachkräfteeinwanderung funktioniert da übrigens gar nix mehr. Denn ohne die Menschen, die in der Flüchtlingskrise 2015 kamen, wäre das alles nicht mehr zu bewältigen.
Die Pflegereform könnte für die Jüngeren noch teurer werden als das Rentenpaket. Alles, was aus der Pflegekommission kam, war enttäuschend. Es drohen zusätzliche Ausgaben von 300 Milliarden Euro bis 2040.
Wer dabei total vergessen wird, sind auch die pflegenden Angehörigen. Laura kennt das aus ihrem Alltag. Man fragt immer nach den Zu-Pflegenden und nicht nach denjenigen, die pflegen. Sie rät allen davon ab, sich um Grundpflege zu kümmern, denn das ist keine Quality Time.
Über die Honorarkürzung bei Psychotherapie wird auch noch in den Medien diskutiert. Die Folge könnte sein, dass Privatpatient:innen noch mehr bevorzugt werden. Dabei wächst der Bedarf, gerade auch bei Kindern und Jugendlichen.
Die Krankenhausreform scheint sich auf der Zielgeraden zu befinden. Wer das gar nicht gut findet, ist die Schmerzmedizin. Da hat es sogar einen Brandbrief an die Bundestagsabgeordneten von verschiedenen Fachgesellschaften gegeben. Denn die Schmerzmedizin soll keine eigene Leistungsgruppe erhalten.
Der Druck ist bei der Notfallreform übrigens auch so groß. Nina Warken ist die dritte Gesundheitsministerin, die sich an dieser Reform versucht. Beispielsweise sollen die Leistungen der medizinischen Notfallrettung gesetzgeberisch neu sortiert werden. Dabei will man auch an das SGB V ran, ob das wohl klappt?
Kommunen und Landkreisen geht dieser Eingriff zu weit.
Natürlich hat Laura auch noch etwas aus den Versorgungsrealität mitgebracht. Es gibt nun die ersten Regresse für verordnete DIGAs. Die KV Baden-Württemberg überprüft die Wirtschaftlichkeit der ausgestellten DIGA-Verordnungen.
Die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie und klinische Immunologie spricht außerdem von einem unzumutbaren Konflikt zwischen Patientenwohl und persönlichem Haftungsrisiko. Im Bereich Rheuma wird viel Off-Label genutzt, leider gibt es dazu auch viele Regresse.
Auch bei Kindern und Jugendlichen werden viele Off-Label-Präparate genutzt, etwa 25 bis 35%. Bei Antidepressiva liegt der Anteil bei über 80%.
Wir befinden uns in einer Versorgungslücke. Vor Corona hatten wir behandlungsbedürftige Kinder und Jugendliche von 18%, nun sind es 31%. Jeder nicht investierte Euro kann 4 bis 18€ Folgekosten nach sich ziehen.
Laura möchte auch noch über den CDU Parteitag reden. Die Zuckersteuer wurde abgelehnt, das war beschämend und hat mit Wissenschaftlichkeit nichts zu tun.
Alkohol, Rauchen und Glücksspiel verursachen Kosten in Höhe von 136 Milliarden Euro pro Jahr.
Dazu soll die elektronische Krankschreibung abgeschafft werden. Allerdings melden sich die Bundesbehörden am meisten krank. Im Bundesrat gab es 25,2 Krankheitstage, im Bundestag 22,3 Tage. Sollte man nicht mal im eigenen Laden aufräumen, Friedrich Merz?
Es gibt nun eine Petition, die das Recht auf Gesundheit ins Grundgesetz bringt. Darüber wird Laura in einer der nächsten Folge noch sprechen.
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