Die öffentlichen Konflikte im Sachverständigenrat haben eine Debatte über die Zukunft des wichtigsten wirtschaftspolitischen Beratungsgremiums in Deutschland ausgelöst. In dieser Folge von Economic Challenges diskutieren Handelsblatt-Chefökonom Bert Rürup und Jörg Rocholl, Präsident der internationalen Wirtschaftshochschule ESMT Berlin, über die Rolle und mögliche Reformen des Rates.
Im Zentrum der Diskussion steht eine grundlegende Frage: Soll der Sachverständigenrat vor allem die Öffentlichkeit über wirtschaftspolitische Zusammenhänge aufklären – oder die Bundesregierung stärker direkt beraten? Rocholl verweist auf das amerikanische Modell des Council of Economic Advisers, dessen Mitglieder eng mit dem Präsidenten zusammenarbeiten und wirtschaftspolitische Entscheidungen intern vorbereiten.
Rürup erinnert daran, dass der Rat historisch vor allem der öffentlichen Aufklärung dienen sollte. Zugleich sieht er die Institution heute unter Druck. „Leider ist der Rat gegenwärtig dabei, sich ein bisschen zu zerlegen“, sagt Rürup mit Blick auf die anhaltenden Konflikte im Gremium.
Vor dem Hintergrund schwachen Wachstums und struktureller Herausforderungen sei ökonomischer Sachverstand jedoch wichtiger denn je. Rürup verweist auf die schwierige Lage der deutschen Wirtschaft: „Das deutsche Geschäftsmodell des exportorientierten Wachstums ist zerstört worden.“ Gerade deshalb, so die gemeinsame Einschätzung, braucht die Politik verlässliche und wirksame wirtschaftswissenschaftliche Beratung.
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