
Krieg in Nahost: Verbrennt der versprochene Wirtschaftsaufschwung?
ARD Presseclub
Outro
Abschlussworte, Hinweise auf weitere Sendungen und Verabschiedung durch Ellen Ehni.
In Nahost explodieren die Bomben und bei uns die Tankpreise: Als Reaktion auf die Angriffe der USA und Israels auf die Mullahs setzen sie darauf, den Welthandel mit Gas und Öl zu torpedieren. Welche Folgen hat das für uns und den versprochenen Wirtschaftsaufschwung? Darüber diskutieren unsere Gäste in diesem Presseclub.
Der Krieg zwischen den USA, Israel und dem Iran treibt die Energiepreise weltweit in die Höhe, auch in Deutschland sind die Folgen bereits spürbar. Deutlich steigende Energiepreise sorgen für wachsende Unsicherheit - nicht nur bei den Verbrauchern oder auch in der Wirtschaft? Droht der nächste Inflationsschub, der die Hoffnung auf einen konjunkturellen Aufschwung wieder begräbt bevor er richtig angefangen hat?
In der Diskussion wird deutlich: Staatliche Eingriffe wie Tankrabatte sehen viele kritisch. Sie seien teuer, wenig zielgenau und setzten falsche Anreize. Wenn, dann sollten nur gezielt finanziell schwächere Haushalte entlastet werden zum Beispiel durch ein Klimageld. Anders sei das in der Speditionsbranche: Hier seien sofort Maßnahmen aufgrund des hohen Dieselpreises notwendig, um den Preisanstieg bei Lebensmitteln zu bremsen. Andere plädieren auch für eine Übergewinnsteuer und kartellrechtlich gegen Abzocke vorzugehen.
Einigkeit besteht darin, dass die Auswirkungen des Krieges weit über den Energiesektor hinausgehen. Höhere Gaspreise verteuern Düngemittel und damit auch Lebensmittel. Gleichzeitig geraten globale Lieferketten und Handelsrouten zunehmend unter Druck. Während Deutschland unter hohen Preisen leidet, drohen in anderen Regionen der Welt sogar Versorgungsengpässe.
Langfristig führt an einer grundlegenden Neuaufstellung der Energieversorgung kaum ein Weg vorbei. Mehr Unabhängigkeit, Diversifizierung der Bezugsquellen und der Ausbau erneuerbarer Energien werden als zentrale Aufgaben genannt. Übergangsweise könne es aber notwendig werden, noch verstärkt auf heimische Energiequellen zu setzen wie Gas oder Kohle, um beim grünen Umbau mehr Zeit zu gewinnen.
Ellen Ehni diskutiert mit den Gästen: Mary Abdelaziz-Ditzow (Finanzfluss), Ralf Geißler (MDR), Anja Kohl (HR), Daniel Wetzel (WELT).


