REPORTAGEN #87 / MÄRZ 2026
«Manchmal hindern dich Dinge am Leben – dann bleibt dir keine Wahl, als es um des Lebens willen zu riskieren.» Somayeh, 17, Tochter eines iranischen Mullahs, schneidet sich die Pulsadern auf – kein Hilferuf, sondern ein Aufschrei. Ihr Kampf gegen den Vater ist ein Kampf gegen das System: eine Theokratie, die Frauen die Luft zum Atmen nimmt. Die Nachbarschaft wird zum Spiegel Irans, die Familie des Mullahs zum Brennpunkt gesellschaftlicher Widersprüche. Mittendrin: Amir Hassan Cheheltan, einer der bedeutendsten iranischen Schriftsteller, dessen Werke im eigenen Land verboten sind. Mit scharfem Blick und zarter Sprache entlarvt er die Heucheleien einer Gesellschaft, in der Mullahs öffentlich Moral predigen und privat an ihren eigenen Regeln zerbrechen. Cheheltans Reportage, geschrieben vor Ausbruch des Krieges, ist ein literarisches Dokument der Stunde: Sie zeigt, was für die Menschen im Iran heute mehr denn je auf dem Spiel steht.
Text: Amir Hassan Cheheltan
Sprecher: Dennis Herrmann
Übersetzung aus dem Persischen: Jutta Himmelreich
Interview: Dmitrij Gawrisch mit Amir Hassan Cheheltan, Sprecher: Dennis Herrmann
Übersetzung Interview: Dmitrij Gawrisch
Redaktion und Konzept: Dmitrij Gawrisch und Monika Gies
Sounddesign: Benjamin Ruddat (Hörsaal 167)