
Generative Fotografie – mit Ursel und Gottfried Jäger
Die Leichtigkeit der Kunst - Kunstpodcast
Musik, Fotografie und persönliche Einflüsse
In diesem Kapitel wird die Bedeutung von Musik in den Leben der Protagonisten ergründet und deren Beziehung zu Künstlern wie Wilhelm Flusser untersucht. Persönliche Anekdoten und Erinnerungen werden geteilt, die die Entwicklung ihrer Fotografiekarrieren sowie den Einfluss bekannter Persönlichkeiten beleuchten. Die Diskussion über Freunde, berufliche Erfahrungen und die Rolle der Pressefotografie führt zu einem umfassenden Einblick in die kreative Welt der Sprecher.
Gottfried Jäger – Generative Fotografie | mit Ursel und Gottfried Jäger | Kunstpodcast Die Leichtigkeit der Kunst
Wie lässt sich Fotografie denken – jenseits von Abbildung, Technik und Subjekt?
Diese Folge führt in ein Feld, das bis heute erstaunlich aktuell wirkt: Generative Fotografie. Im Gespräch mit Ursel und Gottfried Jäger öffnet sich ein Verständnis von Fotografie, das nicht vom Motiv ausgeht, sondern von Struktur, Licht, System, Zufall und Entscheidung.
Ursel und Gottfried Jäger blicken in dieser Episode auf ein gemeinsames Leben zurück, das über Jahrzehnte mit künstlerischer Arbeit, Denken und Austausch verwoben ist. Es geht um eine Bildpraxis, die sich nicht an Oberfläche orientiert, sondern an Prinzipien: an Rhythmen, Regeln, Abweichungen, Wiederholung – und an der Frage, wie Bilder entstehen, wenn nicht die Welt abgebildet wird, sondern eine Idee sichtbar wird.
Was Generative Fotografie meint – und warum dieser Begriff mehr ist als Theorie
Generative Fotografie ist keine Stilrichtung. Und sie ist auch keine Nische für Spezialist:innen. Im Gespräch wird deutlich: Sie ist ein Ansatz, Fotografie als künstlerisches System zu verstehen, als Prozess, der mit Licht, Material, Ordnung, Variation und Wahrnehmung arbeitet.
Gottfried Jäger beschreibt Generative Fotografie als ein Denken in Strukturen: als Bildproduktion, die Regeln hat – und genau dadurch Freiheit ermöglicht.
Diese Perspektive wirkt heute fast prophetisch. Gerade in einer Zeit, in der Bilder permanent produziert werden – digital, algorithmisch, automatisiert – stellt diese Folge eine klare Gegenfrage: Was passiert, wenn wir Fotografie wieder als bewusstes, langsames Denken ernst nehmen?
Ursel Jäger
Ein besonderer Reiz dieser Episode liegt darin, dass hier nicht nur ein theoretischer Begriff erklärt wird. Es geht um zwei eigenständige künstlerische Handschriften.
Ursel Jäger spricht über ihre Arbeit als bildnerische Praxis: über Intuition, über Licht als Sprache, über Entscheidungen, die nicht immer aus Theorie entstehen, sondern aus Sehen. Ihre Perspektive öffnet eine zweite Ebene der Generativen Fotografie: weniger als System, mehr als Wahrnehmungsraum.
Im Gespräch entsteht ein seltenes Gleichgewicht: zwischen Strenge und Offenheit, zwischen Theorie und Körperwissen, zwischen Ordnung und poetischer Bewegung. Genau hier wird diese Folge so spannend – weil sie Fotografie nicht als Technik behandelt, sondern als Lebensform.
Gottfried Jäger: Fotografenkind, Dunkelkammer, Licht als Thema
Ein sehr schöner Teil dieser Episode beginnt biografisch. Gottfried Jäger erzählt von seiner Kindheit als Fotografensohn, von der Dunkelkammer als Ritual, vom roten Licht, von den Abzügen, die noch nass auf dem Boden lagen. Diese frühen Bilder sind mehr als Anekdote. Sie geben dem Gespräch eine besonders Tiefe.
Von dort führt der Weg zu einer zentralen Verschiebung: weg vom gegenständlichen Foto, hin zu einer Fotografie, in der Licht selbst zum Thema wird. Nicht als Beleuchtung, sondern als Objekt. Als Material. Als Bild.
Bielefelder Schule, Lehre und Fotografie als Kunstform
Gottfried Jäger ist einer der wichtigsten Pioniere der Generativen Fotografie und als Fototheoretiker eine prägende Stimme. Im Gespräch taucht die Bielefelder Schule als historischer Kontext auf – als Ort, an dem Fotografie als künstlerische Disziplin nicht nur praktiziert, sondern auch gedacht und gelehrt wurde.
Dabei bleibt das Gespräch konkret. Es geht um Linien, Raster, Wiederholung, Struktur. Um das Sichtbarwerden von Prinzipien. Und um eine Form von Bilddenken, die bis heute in zeitgenössischer Kunst nachhallt – auch dort, wo sie nicht mehr „Fotografie“ heißt.
Diese Folge macht deutlich, dass Fotografiegeschichte auch aus Denkbewegungen entsteht: aus Menschen, die Begriffe geprägt haben, Methoden entwickelt haben, und damit Generationen beeinflusst haben.
Fotogramm, Material, Prozess – Fotografie ohne Kamera
Ein besonders schöner Teil der Folge führt in die Praxis: zum Fotogramm. Also zu Bildern, die ohne Kamera entstehen – durch Licht, Material und direkte Prozesse.
Im Gespräch wird deutlich, dass Generative Fotografie nicht „kalt“ ist. Sie kann sehr sinnlich sein. Gerade dort, wo Material, Licht und Zeit in der Arbeit sichtbar bleiben. Es geht um das, was im Bild nicht wegretuschiert wird: Spuren, Fehler, Abweichungen.
Diese Folge macht sichtbar, dass Fotografie ein Medium ist, das dokumentiert, inszeniert und – wie hier – ein System werden, das sich selbst befragt.
Zwischen Kunst und Leben: 68 Jahre im Dialog
Was diese Folge zusätzlich trägt, ist die gemeinsame Zeit. Ursel und Gottfried Jäger sprechen über ein Leben im Dialog: über Jahrzehnte künstlerischer Praxis, über gegenseitige Impulse, über Unterschiede in Arbeitsweisen, über Nähe und Eigenständigkeit.
Es ist selten, ein Künstlerpaar so zu erleben: nicht als romantische Erzählung, sondern als präzise, gewachsene Form von Zusammenarbeit. Fotografie wird hier zu einer Lebensform, in der Denken und Sehen nicht getrennt sind.
Gäste
Ursel Jäger
Fotografin mit eigenständiger, forschender Bildsprache. Im Gespräch geht es um Licht, Intuition, Prozess und eine künstlerische Praxis, die über Jahrzehnte gewachsen ist.
Gottfried Jäger
Pionier der Generativen Fotografie, Fototheoretiker, Künstler und prägende Stimme der Bielefelder Schule. Im Gespräch geht es um Systeme, Struktur, Theorie und die Frage, wie Fotografie als Kunst gedacht werden kann.
Themen dieser Folge
Generative Fotografie · Ursel Jäger · Gottfried Jäger · Bielefelder Schule · Fototheorie · Fotogramm · Licht · Struktur · Zufall · System · Bildpraxis · Künstlerpaar · Archiv
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Letzte redaktionelle Überarbeitung: Februar 2026.
Links & Credits:
Gottfried Jäger – Pionier der Generativen Fotografie, Fototheoretiker und Künstler


